Neue Kooperation mit CORRECTIV
Perspektive des Exils: CORRECTIV und querstadtein entwickeln neue Bildungsangebote
Wie wichtig sind Presse- und Meinungsfreiheit für eine demokratische Gesellschaft? Und was bedeutet es, wenn Journalist*innen ihre Heimat verlassen müssen, weil sie dort nicht mehr sicher arbeiten können?
Diesen Fragen widmet sich ein neues Projekt von querstadtein zusammen mit CORRECTIV. Gemeinsam entwickeln wir neue Stadtrundgänge, die Journalismus, Kunst, Demokratie, Exil und Migration miteinander verbinden.
Im Mittelpunkt stehen Menschen, die in ihren Herkunftsländern journalistisch oder künstlerisch tätig waren und heute im Exil in Berlin leben. Als Stadtführer*innen geben sie Einblicke in ihre persönlichen Erfahrungen, berichten über die politische Situation in ihren Herkunftsländern und erzählen, was es bedeutet, als Medienschaffende im Exil zu leben und zu arbeiten.
Die Stadtrundgänge setzen auf einen biografischen Zugang: An konkreten Orten in Berlin verbinden die Stadtführer*innen ihre persönlichen Geschichten mit politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen.
So wird sichtbar, was Einschränkungen der Pressefreiheit konkret bedeuten können. Ebenso wird deutlich, welchen Herausforderungen exilierte Medienschaffende in Deutschland begegnen. Die unterschiedlichen Biografien machen dabei auch sichtbar, dass Exil sehr unterschiedliche Gründe und Erfahrungen haben kann.
Besonders junge Menschen sollen durch das neue Bildungsangebot dazu angeregt werden, eigene Perspektiven zu hinterfragen, demokratische Werte zu reflektieren und sich mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig richtet sich das Angebot an Tourist*innen und interessierte Menschen jeden Alters.
Gemeinsam mit CORRECTIV neue Perspektiven schaffen
Für die Entwicklung der Rundgänge bringt querstadtein seine langjährige Erfahrung in der biografischen und stadtraumbezogenen politischen Bildung ein. CORRECTIV ergänzt diese Expertise mit seiner journalistischen Perspektive und seinem Netzwerk.
Gegen antidemokratische und spaltende Narrative
Das Projekt setzt bewusst ein Zeichen gegen rechte, antidemokratische und spaltende Narrative. Indem exilierte Journalist*innen selbst zu Wort kommen, werden vielfältige Perspektiven auf politische Verfolgung, Migration und demokratische Teilhabe sichtbar.
Die unterschiedlichen Herkunftsregionen und Exilgeschichten der Stadtführer*innen zeigen dabei: Exil ist keine einheitliche Erfahrung. Die persönlichen Geschichten schaffen Zugänge zu komplexen politischen Fragen und fördern Verständnis, Perspektivwechsel und die Auseinandersetzung mit demokratischen Grundwerten.
Das Projekt wirkt dabei auf zwei Ebenen: Es stärkt die demokratische Resilienz der Teilnehmenden und schafft gleichzeitig neue Möglichkeiten für Menschen mit Exilerfahrung, ihre Kompetenzen und Perspektiven als politische Bildner*innen einzubringen.
Wir freuen uns, gemeinsam mit CORRECTIV neue Wege der politischen Bildung zu gehen und die Perspektiven von Menschen im Exil in Berlin sichtbar zu machen.
Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Postcode Lotterie.